Chronicle – Wozu bist du fähig: ein Superheldenfilm der anderen Art

Chronicle CoverDrei ganz normale Teenager machen eine außergewöhnliche Entdeckung und gelangen dadurch zu übernatürlichen Kräften. Anfangs sind sie noch vollkommen überrascht von ihren neuen Fähigkeiten und treiben ihre Späße. Bald jedoch unterliegen sie einem großen Streit und einer von ihnen missbraucht seine Macht. Erzählt im Found-Footage-Stil entsteht mit diesem Werk ein Superheldenfilm der besonderes Art und aus einer recht ungewöhnlichen Perspektive.
Daten & Fakten
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • Spielzeit: 84 min
  • Altersfreigabe: FSK 16
  • Genre: Sci-Fi, Thriller
  • IMDB: 7.1 / 10 (218,098)
  • Metascore: 69 / 100

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Top-Themen: Handlung, Trailer, Interviews & Making-Of

Handlung und Hintergrund zu Chroncile

Der Film dreht sich um die drei Freunde Andrew, Matt und Steve. Sie sind ganz normale Jungs und besuchen eine Highschool. Während Steve eher weniger Probleme hat und später große Erfolge in der Politik feiern will, hat Andrew eine schwere Bürde zu tragen. Seine Mutter ist sehr krank, der Vater dem Alkoholismus verfallen und Andrew muss stets Schläge zu Hause einstecken. Um sein Leben und seine Probleme genauer zu dokumentieren, hält er alles mit einer Kamera fest. An einem Tag entdecken die drei Teenager eine seltsame Stelle aus Trümmern und finden etwas im Boden vergraben. Kurze Zeit später merken sie Veränderungen an ihren Körpern. Allein mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen sie Gegenstände oder verformen sie. Sie bekommen Zugang zu einer fast unbegrenzten Kraft, mit der sie selbst harte Stahlteile einfach wie Papier falten können. Natürlich sind sie als einfache Jugendliche in ihrem Charakter noch nicht gefestigt und die schier unendliche Macht scheint sie zu überfordern.

Vor allem Andrew knickt unter diesem Druck ein, wird von den Mitschülern gemobbt und nutzt seine Kraft dazu, den anderen wehzutun. Auch seinen Vater schlägt er mithilfe seiner Fähigkeiten nieder. Dieser Missbrauch der Kräfte versucht bei den anderen beiden plötzlich Nasenbluten. Steve wird letztlich vom Blitz getroffen und getötet. An erneutem Nasenbluten und schlimmen Nachrichten im Fernsehen erkennt Matt sofort, wenn Andrew seine Kräfte missbraucht. Er versucht viel abzuwenden, was letztlich in einem heftigen Streit zwischen den beiden gipfelt. Andrew kann schließlich seine Kräfte nicht mehr kontrollieren und beginnt, alles andere um sich herum zu zerstören. Matt kann ihn nur aufhalten, indem er ihn tötet. Danach flieht er mit der Kamera nach Tibet und will seine Kräfte nur noch für gute Zwecke einsetzen.

Der Film Chronicle wird hauptsächlich im Found-Footage-Stil gezeigt. Dadurch ergibt sich für den Zuschauer hauptsächlich die Perspektive von Andrew. Im Vergleich zu anderen Filmen dieser Art ist hier eine Art Hobby-Filmemacher am Werk. Er beeindruckt mit guten Aufnahmen im Gegensatz zu verwackelten und unscharfen Bildern. Andrew weiß seine Superhelden-Kräfte auch für die Kamera einzusetzen, was den Film visuell von Blair Witch Project oder Paranormal Activity deutlich abgrenzt.

Besetzung

RolleSchauspieler
Andrew DetmerDane DeHaan
Steve MontgomeryMichael B. Jordan
Richard DetmerMichael Kelly
Matt GarettyAlex Russell
Casey LetterAshley Hinshaw
MonicaAnna Wood
Karen DetmerBo Petersen

Trailer

Alles beginnt mit einer verbogenen Gabel und letztlich fliegen komplette Autos durch die Luft. Wozu sind die Jungs in Chronicle also fähig? Schau dir den Trailer an und du bekommst einen ersten Einblick in den Look des Films, die Story und die besonderen Fähigkeiten der Teenager.

Kritik und Zuschauermeinungen

In den Kritiken wird von einer guten und vor allem spannenden Umsetzung gesprochen. Allerdings scheint die Geschichte zu Beginn schon etwas vorhersehbar und auch die Logik darf hier nicht zu ernst genommen werden. Wer nur auf der Suche nach Unterhaltung ist, hat mit diesem Streifen genug Action gefunden. Aus einem scheinbar lustigen Teenie-Film wird bitterer Ernst und einer der besten Found-Footage-Filme, wie viele Zuschauer bestätigen. Schließlich handelt es sich um deutlich bessere Aufnahmen und klare Bilder im Vergleich zu anderen Filmen in diesem Stil. Alle drei Darsteller überzeugen mit einer sehr guten Leistung und verkörpern spezielle Charaktere, die man ihnen auch abnimmt. An Special Effects wurde natürlich nicht gespart, was dem einen oder anderen Kritiker negativ aufgefallen ist. Dafür kann man sich auf beeindrucken Bilder freuen und einem enormen Spannungsbogen bis hin zu einem großangelegten Finale.

Technisch gesehen zeigt Chronicle eine sehr starke Kreativität der Regisseure. Immerhin ist das Filmgenre deutlich eingeschränkt und es muss immer wieder eine neue Art gefunden werden, die Szenen authentisch wirken zu lassen. Außerdem greift der Film wirklich den deutschen Beinamen „Wozu bist du fähig?“ auf und setzt ihn in nahezu jeder Szene um. Die Zuschauer werden genau hier an eine bestimmte Sache erinnert: was würde man selbst mit diesen Kräften machen? Minuspunkte gibt es für die recht kurze Länge des Films, denn schließlich hätte man noch einige Szenen dazuschreiben können. Gelobt wird dafür die psychische Verwandlung von Andrew, der sich seiner Kräfte und der damit verbundenen Macht immer mehr bewusst wird.

Auszeichnungen

Auszeichnungen hat der Film keine bekommen. Dennoch erhält er den Respekt der Zuschauer, die von der Machart und den starken Charakteren der Darsteller begeistert sind. Außerdem hat der Drehbuchautor bereits für einen zweiten Teil unterschrieben. Bisher ist noch unklar, ob Josh Trank auch an diesem zweiten Teil mitwirken wird. Es kam zu Streitigkeiten zwischen den Machern und der Produktionsfirma. Jack Stanley soll sich nun um ein neues Drehbuch für eine erfolgreiche Fortsetzung kümmern.

Interviews und Making-Of

Hier sprechen die drei Hauptdarsteller des Films über die Hintergründe und ihre Vorbereitungen. Außerdem sprechen sie darüber, was sie am meisten am Film beeindruckt hat.

In diesem Interview geben die Chronicle-Darsteller einen kleinen Einblick in die Welt der Special Effects – natürlich mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.

Regisseur Josh Trank erklärt in diesem Interview, dass er schon länger die Idee zu dem Film hatte. Sie ergibt sich aus vielen einzelnen Sequenzen, die er über die Jahre aufgeschrieben hat und die sich nun zusammenfügen.

Eine überragende Szene aus der Film ist, als die Hauptdarsteller plötzlich durch die Luft fliegen und sich über den Wolken befinden. Wie genau das gedreht wurde, zeigt dieses kleine Making-Of.

Trivia / Sonstiges

  • Eigentlich spielt Chronicle im verregneten Seattle. Große Teile des Films wurden jedoch im etwas milderen Klima in Südafrika gedreht. Viele Szenen sind in Kapstadt entstanden.
  • Im Vergleich zu anderen Filmen dieser Art weist Chronicle mit 12 Millionen US-Dollar ein nur geringes Budget auf. Die Dreharbeiten dauerten 18 Wochen.
  • In der Nachbearbeitung wurden Techniken angewandt, die den Film glaubhaft wie einen Found-Footage-Film aussehen lassen. In Wirklichkeit wurde natürlich auf professionelle Kameratechnik zurückgegriffen.
  • Die drei Hauptdarsteller mussten für 15 Tage gemeinsam in einem Haus leben, um ein gewisses Band zu schaffen für die Rollen.
  • Der Film hat keine wirkliche Filmmusik. Nur durch das Radio oder durch iPods erfolgt die musikalische Untermalung.
  • Die Originalgeschichte beschreibt, dass alle drei der Teenager zu wahren Psychopathen werden durch ihre Kräfte. Den Produzenten war diese Wendung jedoch zu düster und man schwächte das Drehbuch deutlich ab.

Fazit

Grundsätzlich sind sich Kritiker und Kinogänger einig: Josh Trank hat für sein erstes Werk gute Arbeit geleistet. Die Darsteller wirken authentisch und durchlaufen im ganzen Film eine Entwicklung. Damit bleibt die Spannung auf einem hohen Bogen, der in einem spektakulären Ende mündet. Auch die technische Umsetzung war vielleicht nicht einfach, ist für einen Found-Footage-Film aber sehr gut gelöst. Statt Kopfschmerzen von verwackelten Bildern zu bekommen, kann man dem Geschehen jederzeit gut folgen. Außerdem ist das Spiel zwischen jugendlichem Humor und bitterem Ernst erstaunlich gut umgesetzt. Wer nicht zu großen Wert auf eine umfassende oder überraschende Story legt, sondern vielmehr unterhalten werden will, darf diesen Streifen nicht verpassen.

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