Memory Books – Damit Du mich nie vergisst: bewegender Dokumentarfilm

Memory Books – Damit Du mich nie vergisst - CoverDer Film Memory Books ist eine bewegende Dokumentation über die AIDS-Katastrophe in Afrika. HIV-infizierte Mütter schreiben ihren Kindern die sogenannten Erinnerungsbücher, damit sie später als Waisen den Alltag besser meistern können. Christa Graf zeigt als Regisseurin einfühlsam und realitätsnah ein Leben, das man sich in Europa kaum vorstellen kann.
Daten & Fakten
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Spielzeit: 94 min
  • Altersfreigabe: FSK 12
  • Genre: Documentary
  • IMDB: 7.3 / 10 (15)
  • Metascore: N/A / 100

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Top-Themen: Handlung, Trailer, Videos

Handlung und Hintergrund zu Memory Books

Die Dokumentation betrifft das Land Uganda, in dem über 30 Prozent der Bevölkerung an AIDS erkrankt sind. Demnach leben hier die meisten AIDS-Waisenkinder auf der Welt, insgesamt etwa zwei Millionen. Christa Graf will mit ihrem Film darauf hinweisen, dass bald noch viel mehr afrikanische Kinder ihre Eltern verlieren, wenn nichts gegen die Ausbreitung von HIV getan wird. Die Krankheit zerreißt Familien und löscht teilweise ganze Generationen aus. Selbst die afrikanische Kultur leidet stark unter der Krankheit, da wichtige Traditionen und Werte nicht mehr rechtzeitig weitergegeben werden können. Infizierte Mütter, die teilweise selbst kaum das Alphabet beherrschen, schreiben ihren Kindern die sogenannten Memory Books. Sie schildern ihre Persönlichkeit und ihre Lebensgeschichte, damit den Kindern nach ihrem Tod wenigstens noch etwas in Erinnerung bleiben kann.

Es handelt sich um ein ganz besonderes Projekt mitten in Afrika. Autorin und Regisseurin Christa Graf dokumentiert dabei die Art und Weise, wie mit dem Thema AIDS umgegangen wird. Die Frauenorganisation NACWOLA kümmert sich um von AIDS betroffene Frauen und Familien. Dem Tod geweihte Eltern sollen dabei ihren Kindern genau aufschreiben, was sie ihnen hinterlassen wollen. Graf zeigt in ihrer Dokumentation eine abgeklärte und behutsame Vorbereitung dieser Gesellschaft auf den Tod und schildert genau den Umgang mit derartigen Gefühlen von Trauer und Verlust.

Besetzung

RolleSchauspieler
ErzählerEva Mattes

Trailer

Im Trailer bekommst du einen ersten Einblick in das Leben der Familien und in die Herzen der kleinen Kinder. Sie halten die Memory Books in den Händen und wissen nicht, was ihnen die Zukunft bringt.

Kritik und Zuschauermeinungen

Kritiker finden sehr viele lobende Worte für die Dokumentation. Dabei wird der Film als einer der besten Dokumentarfilme der heutigen Zeit beschrieben. Christa Graf geht einfühlsam auf die Geschichten der Waisenkinder und auf das Leben der Gesellschaft in Uganda ein. Die im Projekt entstandenen Memory Books werden von manchen Kritikern als sehr wichtige Dokumente beschrieben, da sie einen Zustand in einer stark betroffenen Gesellschaft am besten widerspiegeln. Bei der Umsetzung des Films kommt es der Regisseurin stark zugute, dass sie bereits über 50 Reportagen für das Fernsehen aufweisen kann. Zuschauer sind beeindruckt von der realistischen Darstellung Afrikas fernab aller touristischen und politischen Klischees. Graf zeigt die wahren Strukturen im Land mit Prostitution und der Unwissenheit über die Ansteckungswege auf, die die aktuellen Verhältnisse erst möglich gemacht haben.

An persönlichen Beispielen erfahren die Zuschauer, wie tief die Krankheit in die kleinsten Familien vorgedrungen ist und was infizierten Eltern durch den Kopf geht. In erster Linie sind es infizierte Mütter, die von ihrem Mann angesteckt wurden und nun kleine Erinnerungsbücher für ihre Kinder schreiben. Kleine Familiengeschichten geben dem Nachwuchs später Halt im Alltag und bereiten die Kinder auf ein Leben ohne Eltern vor. Der Film bringt anschaulich rüber, wie Jung und Alt sich mit dem Tod, der Trauer und dem Verlust auseinandersetzen müssen. Kritiker und Zuschauer beschreiben jedoch auch, dass es sich bei diesem Film nicht um ein Klagelied handelt. Vielmehr werden starke und einfühlsame Frauen gezeigt, die ihr eigenes Leben in die Hand nehmen und alles für ihre Kinder tun. Christa Graf schildert also nicht vordergründig die Probleme im Land, sondern zeigt vielversprechende Lösungswege auf. Ihr Film setzt ein wichtiges Thema in den Vordergrund mit einer kompetenten und gelungenen Inszenierung.

Auszeichnungen

Memory Books hat bei verschiedenen Festivals als Dokumentarfilm teilgenommen. Darunter auch beim Deutschen Filmpreis, Beim Grand Prix des Jeunes Europèems und beim Selection Solothum Film Festival. Die Deutsche Film- und Medienbewertung hat das Prädikat Wertvoll vergeben. Dabei wird vor allem gelobt, dass sehr vorbildlich und realitätsnah auf ein solch komplexes Thema angesprochen wird. Die sensible Kameraführung und die gefühlsbetonten Off-Kommentare unterstützen den Film in seiner Wirkung noch besser. Hier haben wir den Link zur kompletten Jury-Begründung. Außerdem hat der Film den Ehrenpreis beim Berliner Filmball bekommen.

Videos

In diesem kurzen Bericht geht es ebenso um die Memory Books in Uganda. Allerdings hat der Bericht nichts mit dem eigentlichen Dokumentarfilm zu tun. Er bringt nochmals eine andere Sichtweise auf das Thema.

Trivia / Sonstiges

  • Die Locations für den Dokumentarfilm wurden komplett in Uganda gewählt.
  • Den Film gibt es in Deutsch und in Englisch zu sehen. Auf vielen Festivals wurde er in Englisch präsentiert.

Fazit

„Memory Books – Damit Du mich nicht vergisst“ ist eine bewegende Geschichte rund um Familien in Uganda, die durch AIDS komplett zerrissen werden. Es gibt so viele Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen und den Alltag bewältigen müssen. Um ihnen die Erinnerung zu erleichtern und ein Stückchen der Familiengeschichte zu bewahren, schreiben die Mütter ihren Kindern ein kleines Buch. Der Dokumentarfilm zeigt einfühlsam und mit beeindruckenden Bildern die Situation im Land und wie die Familien mit den Gefühlen von Trauer und Tod umgehen. Selbst die Kleinsten werden schon ab diese Situation herangeführt, um sie später besser zu bewältigen. Christa Graf greift auf ihre langjährige Erfahrung zurück und es entsteht eine der gefühlvollsten Dokumentationen der heutigen Zeit.

Weiterführende Links

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