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Victoria – Männer & andere Missgeschicke

Victoria Film CoverWild, chaotisch und manchmal ein bisschen überfordert – so präsentiert sich Victoria auf der Leinwand. Als neurotische Anwältin hat sie in der gleichnamigen Beziehungskomödie ihren wahren Tiefpunkt erreicht. Das Liebesleben ist eine Last und die Karriere droht zu zerbrechen. Nebenbei ist sie noch Mutter zweier Töchter. Wie schafft es also Victoria, ihr Leben einigermaßen in den Fugen zu halten?
Daten & Fakten
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Top-Themen: Handlung, Trailer, Interviews & Making-Of

Handlung und Hintergrund zum Film „Victoria“

Victoria ist eine alleinerziehende Mutter, erfolgreiche Anwältin und kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Sie ist selten zu Hause, hat plötzlich keinen Babysitter mehr und verlässt sich auf ihre Freundin, die einen weiteren Abend auf ihre kleinen Töchter aufpassen soll. Victoria selbst vergnügt sich auf der Hochzeit eines Freundes und trifft dort einen alten Klienten wieder. Samuel Mallet wurde früher wegen Dealerei angeklagt, ist aber nun von den Drogen Weg und sucht einen Job. Gerne würde er auch als Anwalt arbeiten, doch Victoria wünscht ihm dazu nur viel Glück.

Auf der Hochzeit spielt sich aber noch ein weiteres Drama ab und zwar zwischen Victorias bestem Freund Vincent und seiner Geliebten Eve. Er wollte sich von ihr trennen und kurz darauf findet man Eve mit einem Messerstich im Bauch. Natürlich steht Vincent als Hauptverdächtiger im Raum und wird des versuchten Mordes angeklagt. Er bleibt bei seiner Behauptung, Eve hätte sich den Stich selbst zugefügt. Victoria soll seine Anwältin werden und nimmt den Fall an. Dadurch entspannt sich auch ihr Privatleben etwas. Sam zieht kurzerhand bei ihr ein, kümmert sich um die Kinder und den Haushalt und will nebenbei von ihr lernen. Victorias Sexleben bleibt aber weiterhin chaotisch. Es folgt ein One-Night-Stand nach dem anderen und auch der Gang zum Psychiater kann ihr die Zufriedenheit nicht wiedergeben. Parallel dazu führt sie noch einen zweiten Prozess. Ihr Exmann David breitet ihr Leben in unzähligen Blogbeiträgen aus und soll nun wegen Rufschädigung verklagt werden.

Eines Tages fängt die Gegenseite Voctoria direkt vor ihrer Haustür ab. Kurz darauf wird sie vom gerichtlichen Disziplinarausschuss von ihrer Arbeit suspendiert. Vincent und Eve haben sich in der Zwischenzeit wieder vertragen und wollen ihrer Beziehung eine zweite Chance geben. Das wirft Victoria nun vollkommen aus der Bahn. Sie verkriecht sich zu Hause, versucht sich als Mutter und ihre Wohnung verfällt dem Chaos. Sam muss ausziehen, weil sie ihn finanziell nicht mehr versorgen kann. Nach einem halben Jahr bittet sie ihn jedoch zurückzukehren. Die beiden kommen sich langsam näher und schlafen miteinander. Eine Beziehung kommt jedoch nicht infrage und Sam zieht unglücklich einen Tag vor dem Plädoyer im Vincent Fall wieder ab.

Vor Gericht erreicht Victoria alleine durch Sams Zuarbeit einen Freispruch für Vincent. Der Blog ihres Exmannes hingegen wird nur zensiert und sie bekommt ein geringes Schmerzensgeld. Am Ende kommt es zu einem erneuten Treffen zwischen Sam und Victoria. Kann sie ihm nun endlich ihre Liebe gestehen und ein glückliches Ende finden?

„Victoria – Männer & andere Missgeschicke“ ist der zweite Langfilm von Regisseurin Justine Triet. Die Dreharbeiten dauerten etwa 3 Monate und starteten im Juli 2015 in Frankreich. Auch einige Szenen in Paris wurden gedreht. Die Uraufführung fand letztlich am 12. Mai 2016 auf den internationalen Filmfestspielen in Cannes statt.

Besetzung

RolleSchauspieler
Victoria SpickVirginie Efira
Samuel MalletVincent Lacoste
Vincent KossarskiMelvil Poupaud
DavidLaurent Poitrenaux
Christelle, Victorias AnwältinLaure Calamy
EveAlice Daquet
RichterinJulie Moulie
WahrsagerinElsa Wolliaston
SophieSophie Fillières
LivLiv Harari

Trailer

Victorias Leben scheint zunächst sehr chaotisch und verrückt. Der Trailer gewährt dir einen kleinen Einblick in diese skurrile Welt und zeigt dir einen Blick auf die Männer in ihrem Leben:

Kritik und Zuschauermeinungen

Der Film Victoria bekommt viele positive Bewertungen von den Experten und auch die Zuschauer sind begeistert. Im Zentrum der Kritik stand zunächst der Filmtitel. Da bereits Sebastian Schipper ein One-Shot mit dem gleichen Namen veröffentlichte, musste für den deutschen Vertrieb ein Zusatz gewählt werden. „Männer und andere Missgeschicke“ verweist eher auf eine romantische Komödie. Vielmehr steht hinter dem Film ein spannendes Porträt einen sehr exzentrischen und teilweise schwer verständlichen Frau. Es ist für die Zuschauer zunächst schwierig, einen wirklichen Bezug zur Hauptdarstellerin aufzubauen und mit ihr warm zu werden. Schließlich stößt man sich förmlich an ihren Ecken und Kanten. Genau das macht sie später umso sympathischer. Victoria wird von den Kritikern als wandelnder Widerspruch beschrieben. Kein Wunder also, dass sie mit dem vorsitzenden Richter ins Bett geht und auch die Verteidigung für ihren besten Freund übernimmt. Die Regisseurin Justine Triet spielt gezielt mit der Erwartungshaltung des Publikums. So zeigt sich die Persönlichkeit von Victoria sehr vielschichtig und ist schwer zu durchschauen – ein Grund mit Spannung bei der Sache zu bleiben. Viele ihrer Szenen beinhalten deutlich mehr als Comedy. Immerhin macht Victoria eine echte Persönlichkeitsentwicklung durch und lässt den Zuschauer daran teilhaben.

Die Kritik bei epd-film spricht die genaue Montage des Films an. Szenen werden von einem Prozess sofort in einen anderen geschnitten, die eine bestimmte Erzählstrategie verfolgen. So scheint sich auch Victoria von einer Situation in die nächste geschmissen zu fühlen und nimmt den Zuschauer mit, ihr Leben langsam zu entwirren. Die Kritik bei Spiegel Online beschreibt Victoria sogar als kleinen Trampel zum Verlieben. Der Regisseurin rechnet man an, nicht allzu subtil vorgegangen zu sein, sondern viele Szenen einfach direkt zu erzählen. Natürlich geht Efira in der Hauptrolle förmlich auf und scheint die passende Besetzung dafür zu sein.

Kurzum: die Presse und auch die Zuschauern beschreiben den Film als originell, intensiv und erfrischend schräg. Victoria selbst wirkt intelligent und sexy und kommt mit ihrer durchgeknallten Art sehr gut an. Bei genauerem Hinsehen erkennt man das Feingefühl und die Tiefe des Streifens.

Auszeichnungen – 5 César Nominierungen

Der Film Victoria bekam im Jahr 2017 insgesamt fünf César Nominierungen. Preise wurden jedoch zur Verwunderung vieler Kritiker keine gewonnen. Die Nominierungen fanden in folgenden Kategorien statt:

  • Beste Hauptdarstellerin
  • Bester Nebendarsteller (Vincent Lacoste)
  • Bester Nebendarsteller (Melvil Poupaud)
  • Bestes Original-Drehbuch
  • Bester Film

Außerdem war die Hauptdarstellerin Virginie Efira für einen Prix Lumiéres im Jahr 2017 nominiert. Gewonnen hat sie jedoch nur einen Magritte als beste Hauptdarstellerin des Films.

Videos: Interviews mit Regisseurin und Darstellern

In den folgenden Videos kommen Regisseurin und Hauptdarsteller zu Wort. Sie sprechen über ihre Empfindungen beim Dreh, die Idee zum Film und geben ein paar Einblicke zum Set. Allerdings werden die Interviews auf Französisch geführt, teilweise mit englischen Untertiteln:

Vincent Lacoste und Justine Triet im Interview:

Ein weiteres Interview mit der Regisseurin kurz vor der Aufführung des Films:

Hier sind in einer Fernsehshow die Regisseurin, Hauptdarstellerin Virginie Efira und Vincent Lacoste zu sehen:

Trivia / Sonstiges

  • In den französischen Kinos wurde der Film von 520.000 Zuschauern gesehen.
  • In den deutschen Kinos war Victoria erst am 4. Mai 2017 auf der Leinwand zu sehen.
  • Das immer wiederkehrende Lied im Film ist der Song „Without her“ von Harry Nilssons.

Fazit – nicht nur eine Komödie

Victoria ist Ende 30, erfolgreiche Anwältin und überaus exzentrisch. Zu Beginn wirkt der Film wie eine überdrehte Komödie und wird gern in die Sparte der Romantikfilme gesteckt. Später lässt sich jedoch die Tiefe hinter den einzelnen Szenarien erkennen. Victoria geht als Frau mit höchster Selbstständigkeit durchs Leben und versucht ihre Persönlich selbst wieder zu finden. In ihrem Chaos sieht sie die Verzweiflung, scheitert immer wieder an neuen Aufgaben und will endlich einen vernünftigen Mann kennenlernen. Auf der einen Seite ist eine selbstbewusste Frau auf der Leinwand zu sehen und auf der anderen Seite trotzdem die Abhängigkeit zu Männern und zu ihrem Liebesleben. Zuschauer und Kritiker sprechen dem Streifen eine angenehme Spannung zu und finden letztlich das komplette Werk sehr unterhaltsam – nicht nur als Komödie.

Weiterführende Links

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