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Cloud Atlas – sechs spannende Einzelschicksale in einem Film

Cloud AtlasCloud Atlas basiert auf einer Buchvorlage und behandelt die Geschichte von sechs verschiedenen Personen über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren hinweg. Dabei sind die Schicksale durch einzelne Figuren miteinander verbunden und überschneiden sich förmlich. Erzählstrang und Zeitebene wechseln teilweise überraschend und abrupt mit vielen spannenden Wendungen.
Daten & Fakten
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • Spielzeit: 172 min
  • Altersfreigabe: FSK 12
  • Genre: Action, Drama, Mystery, Sci-Fi
  • IMDB: 7.4 / 10 (327,168)
  • Metascore: 55 / 100

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Top-Themen: Handlung, Trailer, Interviews & Making-Of

Handlung und Hintergrund zum Film: Cloud Atlas

Der Film Cloud Atlas erzählt keine geradlinige Geschichte, sondern zeigt die schicksalhaften Verknüpfungen im Leben verschiedener Menschen. Die einzelnen Taten und gar Worte der Figuren haben in jeder Zeitepoche ihre Auswirkungen und nehmen einen prägenden Einfluss auf die Handlung. Begonnen wird jedoch mit einem alten Mann namens Zachry. Er erzählt einer Gruppe von Leuten am Lagerfeuer eine lange Geschichte von mehreren Schicksalen. Dabei trifft zunächst ein alter und gebrechlicher Doktor im Jahr 1849 auf einen Anwalt und einen ausgebrochenen Sklaven. Hier erkennen die Hauptcharaktere, dass die auf der Rassenlehre beruhende Sklaverei ein unmenschliches System ist und man dagegen vorgehen müssen. Im Jahr 1936 dreht es sich alles um zwei konkurrierende Komponisten in Cambridge. Dabei soll die Homosexualität von Robert Frobisher ein Geheimnis bleiben und dient als enormes Druckmittel gegen das Wolkenatlas-Sextett, das letztlich trotzdem vollendet wird.

Im Jahr 1973 legt sich eine Journalistin mit dem Chef eines Kernkraftwerks an. Sie findet heraus, dass ein Nuklearunfall provoziert werden, um die Energiepolitik weltweit zu beeinflussen. Ein Auftragskiller wird auf sie angesetzt, dem sie nur knapp entkommt. Letztlich kann sie ihre Geschichte veröffentlichen und landet ihre erste große Story. In der Gegenwart von 2012 steht ein Buchverleger vor den Scherben seines Lebens und muss mit dieser Situation lernen zurechtzukommen. Letztlich flieht er ins Exil. Danach geht es in die Zukunft ins Jahr 2144 nach Neo Seoul. Die Geschichte beschreibt eine Affäre zwischen einem Rebell und einer Sklavenarbeiterin. Er hat ihr das Leben gerettet und beide kommen sich näher. Die Zeitreise endet förmlich im 24. Jahrhundert. Zachry tut sich dabei mit einer reisenden Forscherin zusammen. Beide sind auf der Suche nach einer phänomenalen Entdeckung, die die Welt verändern könnte.

Bei Cloud Atlas handelt es sich um eine Literaturverfilmung des Romans „Der Wolkenatlas“ von David Mitchell. Hierfür schrieben zwei US-Amerikaner und ein Deutscher das Drehbuch und führten gemeinsam Regie. Dadurch gilt Cloud Atlas als einer der teuersten deutschen Filme. Seine Premiere feierte er am 8. September 2012 auf dem Toronto International Film Festival. Im November kam er in die deutschen Kinos, doch der große erwartete Publikumserfolg blieb aus.

Besetzung

SchauspielerAuszug der wichtigsten Rollen
Tom HanksDr. Henry Goose, Hotelmanager, Isaac Sachs, Dermot Hoggings
Halle BerryJocasta Ayrs, Luisa Rey, Ovid, Meronym
Jim BroadbentCaptain Molyneux, Vyvyan Ayrs, Timothy Cavendish, Straßenmusiker
Hugo WeavingHaskell Moore, Tadeusz Kesselring, Bill Smoke, Mephi, Old Georgie
Jim SturgessAdam Ewing, Megans Vater, Highlander, Hae-Joo Chang
Doona BaeTilda Ewing, Megans Mutter, Prostituierte, Zachrys Schwester
Ben WhishawRobert Frobisher, Georgette, Hae-Ju-Zheng, Stammesmann
Zhou XunHotelmanager Talbot, Yoona, ROse
Keith DavidKupaka, Joa Napier, An-Kor Apis, Prescient
David GyasiAutua, Lester Rey, Duophysite

Trailer

Im Trailer von Cloudatalas wird klar: Menschen begegnen sich in verschiedenen Leben und in verschiedenen Epochen immer wieder. Hier bekommst du einen kleinen Einblick in die ersten Szenen des Films und lernst die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Charakteren besser kennen:

Kritik und Zuschauermeinungen

Die Kritik zum Film ist sehr durchwachsen. Manche Zuschauer beschreiben die Handlung als sehr esoterisch und sind mit den einzelnen Geschichten nicht warm geworden. Andere fanden einige der Einzelschicksale interessant, aber nicht jede einzelne Episode. Eines hält die verschiedenen Handlungsabläufe aber zusammen: und das sind die Schauspieler. Tom Hanks nimmt eine starke Rolle ein, die manche Kritiker trotzdem als fehlbesetzt halten. Die Stimmung schwankt von Geschichte zu Geschichte, wodurch sind kein richtiger Spannungsbogen aufbauen kann. Manchmal erscheint es den Zuschauern recht anstrengend, der Handlung überhaupt noch zu folgen. Beachtenswert ist jedoch die Wandelbarkeit der Schauspieler. Sie nehmen nicht einfach nur eine andere Rolle ein. Sie spielen mit anderer Mimik, besitzen ein anderes Aussehen und verkörpern förmlich eine ganz andere Epoche. Das hilft den Zuschauern in den einzelnen Zeitsprüngen besser klarzukommen. Außerdem wird die Idee der mehrfachen Besetzung von Zuschauern und Kritikern gelobt. Teilweise findet man sich doch in Erstaunen wieder, plötzlich ein bekanntes Gesicht in einer anderen Epoche zu entdecken. So beschreiben es auch die Leser bei Moviepilot in ihrer Kritik.

Die Osnabrücker Zeitung hat sich ebenso näher mit dem Film beschäftigt und beantwortet viele Fragen, die bei den meisten Zuschauern aufkommen. Wie ist beispielsweise das Buch aufgebaut und was ist das Grundprinzip hinter der ganzen Psychologie des Films? Die genaue Analyse findest du hier. Die Kritik von EPD-Film beschreibt, dass es sich nicht nur um einzelne Handlungsstränge und miteinander verknüpfte Figuren handelt. Sowohl inhaltlich als auch künstlerisch spielt der Streifen mit verschiedenen Epochen und Stilmitteln. So greift er auf mehrere Genres über und ist Abenteuerfilm, Actionthriller und Komödie zugleich. Außerdem finden sich einige Elemente aus der berühmten Matrix-Trilogie wieder. Das Ergebnis ist ein filmisches Experiment, das nicht gerade mit einer leichten Unterhaltung verglichen werden kann und dennoch viele Zuschauer in seinen Bann zieht. Während manche Zeitungen von einem großen Stück Kino sprechen, sehen andere Kritiker nur einen Film, in dem gar nichts funktioniert. So verschieden also die Episoden sind, so unterschiedlich wird der Streifen von den Kritikern aufgenommen und bewertet.

Auszeichnungen

Hingegen mancher Kritikermeinungen bekam der Film deutlich weniger Auszeichnungen, als zunächst erwartet. Stefan Arndt wurde beim Bayrischen Filmpreis 2012 mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet. Auch den Titel als bester Produzent konnte er beim Deutschen Regiepreis Metropolis abräumen. Die Komponisten des Films waren sogar für den Golden Globe im Bereich der besten Filmmusik nominiert. Zu einer Auszeichnung kam es jedoch nicht. Bei der Oscarverleihung kam der Film zumindest in die engere Auswahl für die besten visuellen Effekte. Allerdings erhielt er keine Nominierung. Beim deutschen Filmpreis wiederum gab es neun Nominierungen, zum Beispiel für den besten Film und die beste Regie. Berücksichtigt wurde er jedoch nur in den technischen Kategorien des Filmpreises, wie das Szenenbild, das Maskenbild oder auch Kamera und Schnitt.

Videos: Interviews und Filmmusik

Tom Hanks und Halle Berry haben die Hauptrollen im Film Cloud Atlas bekommen. Im folgenden Video sind sie gemeinsam im Interview zu sehen, sprechen über ihre Erfahrungen am Set und geben Einblick in ihre Meinung zu den unterschiedlichen Charakteren:

Auch die drei Regisseure Lana Wachowski, Andy Wachowski und Tom Tykwer sollen zu Wort kommen. Sie erklären mehr über den Hintergrund der Geschichte und die Ideen zur Umsetzung. So bekommst du einen Einblick in die Arbeit am Drehbuch und später am Set:

Eine Komponente taucht den kompletten Film über auf: das Cloud Atlas Sextett. Im folgenden Video bekommst du eine Extended Version zu hören, die ebenso auf die Vielseitigkeit des Films eingeht und in der man die einzelnen Episoden förmlich spürt:

Trivia / Sonstiges

  • Es gibt zwischen dem Film und dem Buch einige Unterschiede. So trifft Ewing nicht auf seine Frau am Ende, sondern erholt sich auf Hawaii. Die Geschichte von Frobisher spielt eigentlich in Belgien, sodass sich dieser nicht in Edinburgh erschießt, sondern in Brügge.
  • Der Film spielte insgesamt 130 Millionen US-Dollar an den Kassen ein. Die Produktion lag geschätzt bei 100 Millionen Euro und weitere Kosten für Vermarktung und Vertrieb kommen hinzu. Demnach konnte der Erlöst die kompletten Kosten nicht decken.
  • Es handelt sich um einen der wenigen Filme, bei dem drei Regisseure zusammenarbeiten und gleichzeitig auch das Drehbuch dazu geschrieben haben.
  • Der komplette Film wurde mit zwei verschiedenen Produktionsteams gedreht. Das eine unterstand Tykwer und das andere den Wachowskis. Die Mitarbeiter wurden untereinander nicht geteilt. So übernahm Tykwer die Szenen aus 1936, 1973 und 2012. Wachowski bekam die Segmente aus 1849, 2144 und 2321.
  • Tom Hanks beschreibt den Film für sich selbst als sehr gut gelungen. Er gehört zu einem der wenigen Filme mit ihm in der Hauptrolle, die er selbst nochmals anschauen würde.
  • Der Autor der Buchvorlage David Mitchell hat ein Cameo-Auftritt in der Neo-Seoul Sequenz bekommen. Hier spielt er einen Freiheitskämpfer.
  • Die Wachowskis investierten sieben Millionen Dollar Eigenbudget in den Film. Und auch die deutsche Regierung gab etwa 20 Millionen Dollar zum Budget dazu.

Fazit

Cloud Atlas ist definitiv keine gewöhnliche Geschichte. In dem Film geht es vielmehr um verschiedene schicksalhafte Verknüpfungen und die Leben unterschiedlicher Menschen in unterschiedlichen Epochen. Ob als Seefahrer im 19. Jahrhundert oder in der fernen Zukunft als Sci-Fi-Abenteuer – jede Geschichte bekleidet ihre eigene Epoche, wobei die Schauspieler jeweils in andere Rollen schlüpfen. Zuschauer und Kritiker sind geteilter Meinung zum Film. Der große erwartete Publikumserfolg blieb nämlich aus. Trotzdem beschreiben manche Experten das Stück als großes Kino mit mehreren Stilrichtungen. Zuschauer jedoch können sich nicht für alle Episoden begeistern, sodass die Stimmung während der langen Laufzeit stark schwankt. Letztlich musst du für dich selbst entscheiden, ob ein solches Konzept funktioniert und du dich auf eine Reise durch die Epochen begeben willst.

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